UEBERALL – gemeinschaftliches Leben in Löbtau

Kurzinformation zur Entwicklung eines Stadtteilhauses & Unterstützung für das UEBERALL & FAQ

Das alte Pfarrhaus in Dresden-Löbtau ist seit jeher ein Wohnraum für viele Menschen. Seine großzügigen Räumlichkeiten wurden bereits häufig als Schnittstelle für Initiativen und Arbeitsgruppen genutzt. Nun soll hier mehr entstehen! Ein Stadtteilhaus mit vielfältigen Wohneinheiten: Familien, Paare, Singles und Wohngemeinschaften finden hier bezahlbaren und barrierearmen Wohnraum, der langfristig gesichert ist und verschiedene Lebensphasen berücksichtigt. Dabei entstehen Synergien über die Grundstücksgrenze hinaus: Das nach einem Brand obdachlos gewordene Nachbarschaftscafé PlatzDa! erhält im UEBERALL einen neuen Wirkungsraum – und somit wieder einen Ort für Küfa, Vorträge, Kneipenquiz und Plena. Auch für weitere Initiativen und Gruppen ist das Haus offen.

Die Idee dahinter

Das Haus soll allen gehören. Deshalb wird es mithilfe einer Genossenschaft gekauft und ist dann kein Privateigentum mehr. Die WoGe Dresden eG ist eine solidarische Wohngenossenschaft. Ihr Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren Wohnraum in Dresden zu schaffen. Das Haus selbst bleibt im Besitz der Genossenschaft, die Mieter*innen treffen gemeinsam Entscheidungen für ihr Haus. Die WoGe Dresden eG ist nicht gewinnorientiert, sondern wirtschaftet für das Gemeinwohl – so bleibt das UEBERALL gesichert ein nachbarschaftlicher Ort!

Wie kann ich unterstützen?

Für den Kauf, die Umsetzung des baulichen Konzepts sowie die Instandsetzung der Gebäude werden rund 900.000 Euro benötigt. Das Eigenkapital wird von den Bewohner*innen sowie einem breiten Unterstützer*innen-Netzwerk in Form von Genossenschaftsanteilen, Mitgliederdarlehen und Spenden aufgebracht. Durch ein solches solidarisches Finanzierungsmodell wird das Wohnen für die Mieter*innen unabhängig vom eigenen Geldvermögen ermöglicht.

Du kannst das UEBERALL finanziell als investierendes Mitglied der WoGe Dresden eG unterstützen. Um Mitglied zu werden, erwirbst du einen Genossenschaftsanteil (100 EUR). Als investierendes Mitglied kannst du weitere Genossenschaftsanteile zeichnen, ein Mitgliederdarlehen geben oder beide Optionen kombinieren.

Was ist ein Genossenschaftsanteil?

Genossenschaftsanteile sind Einlagen der Mitglieder einer Genossenschaft. Als investierendes Mitglied der WoGe Dresden eG erwirbst du Genossenschaftsanteile und stellst der Genossenschaft somit Eigenkapital zur Verfügung. Eigenkapital wird u.a. benötigt, um Kredite von der Bank zu bekommen.

Der Vorteil gegenüber einem Mitgliederdarlehen an die Genossenschaft ist hier die Bilanz: Das Darlehen stellt bilanziell eine Belastung für die Genossenschaft dar. Bei der Zeichnung von Geschäftsanteilen ist dies nicht der Fall und die Genossenschaft steht bilanziell besser dar.
Dies steigert also die Eigenkapitalquote und somit die Bonität der Genossenschaft.
Genossenschaftsanteile sind eine längerfristige Geldanlage, der Zeitraum zwischen Kündigung der Anteile und Rückzahlung beträgt mehr als 2 Jahre.

Was ist ein Mitgliederdarlehen?

Ein Mitgliederdarlehen ist in Laufzeit und Zinssatz flexibler als Genossenschaftsanteile. Zwischen dir als Darlehensgeber*in und der WoGe Dresden eG als Darlehensnehmer*in wird ein Vertrag geschlossen. Darin werden Summe, Verzinsung, Kündigungsfrist und Laufzeit geregelt. Banken werten Mitgliederdarlehen zumeist nicht ganz so gut wie Genossenschaftsanteile für die Finanzierung, der Zeitraum zwischen Kündigung der Anteile und Rückzahlung beträgt mehr als 2 Jahre.

Deine Vorteile als finanzielle*r Unterstützer*in

Genossenschaftsanteile und Mitgliederdarlehen sind eine solidarische und nachhaltige Geldanlage. Anders als auf dem Kapitalmarkt gibt es keine Spekulation oder Gewinnorientierung. Dein Geld trägt dazu bei, bezahlbaren Wohnraum in Dresden langfristig zu sichern. Besuche uns gern, um das Projekt und das Haus kennenzulernen! Auf unserer Webseite und bei Instagram informieren wir regelmäßig über den Fortschritt.

Wofür nutzen wir das Geld?

Das geliehene Geld fließt in folgende Bereiche:

  • Hauskauf: Der Erwerb des Hauses ist unser Hauptziel.
  • Gemeinschaftsräume: Teile des Hauses werden als offene Räume für lokale Gruppen und     Initiativen gestaltet.
  • Sanierungen: In der ersten Etage werden Umbauten für Wohnraum für 5-6 Personen     durchgeführt. Das Haus wird barrierearm gestaltet. Mit dem Mieteinnahmen wird das Stadtteilhaus langfristig und unabhängig finanziert.

Wie hoch kann meine finanzielle Unterstützung sein?

Es gibt keine feste Mindestsumme. Beträge ab 500 € haben sich jedoch als praktikabel erwiesen. Bei geringeren Summen ist der Verwaltungsaufwand für uns aktuell leider zu hoch. Bei Genossenschaftsanteilen sind maximal 1.000 Anteile (a 100 EUR) pro Mitglied möglich, bei Mitgliederdarlehen gibt es keinen festgeschriebenen Höchstbetrag.

Gibt es Zinsen?

Genossenschaftsanteile investierender Mitglieder

Die  Genossenschaftsanteile der investierenden Mitglieder werden mit mindestens 0,5% verzinst. Die Zinsen können nur ausgezahlt werden, wenn die Genossenschaft in dem jeweiligen Geschäftsjahr einen Gewinn erwirtschaftet hat. Fällt die Zinszahlung ganz oder teilweise wegen unzureichenden Jahresüberschusses aus , so soll die Verzinsung in den Folgejahren angemessen erhöht werden. In den ersten Jahren wird nicht mit einem Jahresüberschuss gerechnet.

Mitgliederdarlehen

Die Konditionen werden gemeinsam festgelegt. Die Mindestverzinsung liegt bei 0,5 %, es sind aber bis zu 1,5 % in Abhängigkeit mit der Mindestvertragslaufzeit möglich. Der Zinssatz bleibt für die gesamte Laufzeit unverändert. Auf die Auszahlung der Zinsen kannst du auch verzichten. Jedes Jahr informieren wir dich über deinen Kontostand.

Wie funktioniert die Rückzahlung der Mitgliederdarlehen?

Es gibt befristete und unbefristete Darlehen. Dies wird bei Vertragsabschluss festgelegt.

  • 5 Jahre Mindestlaufzeit
  • 10 Jahre Mindestlaufzeit (bis zu 1,0% Verzinsung vereinbar)
  • 15 Jahre Mindestlaufzeit (bis zu 1,5% Verzinsung vereinbar)
  • Keine Mindestlaufzeit

Bei Darlehen ohne Mindestlaufzeit variieren die Kündigungsfristen je nach Darlehenshöhe zwischen 3 und 12 Monaten.

Rückzahlungen erfolgen teils aus Mieteinnahmen, teils durch neue Mitgliederdarlehen. So bleiben die Mieten stabil.

Wie sicher ist die Finanzierung?

Das UEBERALL arbeitet mit der WoGe Dresden eG eng zusammen. Der Finanzplan wird in Zusammenarbeit mit der finanzierenden Bank konservativ berechnet und regelmäßig abgestimmt. Wir setzen auf gemeinsame Entscheidungen und klare Strukturen, um Risiken zu minimieren. Genossenschaften gelten als eine der sichersten Rechtsformen. Die Genossenschaft wird von Vorstand und Aufsichtsrat geleitet und regelmäßig von einem externen Prüfverband geprüft.

Rechtliche Hinweise zu Mitgliederdarlehen

Mitgliederdarlehen sind Nachrangdarlehen und enthalten eine qualifizierte Rangrücktrittsklausel. Die Klausel besagt zum einen, dass die Rückzahlung der Darlehen und die Zahlung von Zinsen nicht verlangt werden kann, solange die Darlehensnehmerin dieses Kapital zur Erfüllung ihrer (nicht nachrangigen) fälligen Verbindlichkeiten benötigt. Die Darlehensgeber*innen können ihren Anspruch auf Rückzahlung der Darlehen und  Zahlung von Zinsen nicht geltend machen, wenn dies zur Überschuldung oder Zahlungsfähigkeit der Genossenschaft führt. Zum anderen werden im Falle einer Insolvenz erst der Bankkredit und die Forderungen aller anderen nicht nachrangigen Gläubiger*innen bedient und dann erst die Darlehensgeber*innen. Wir weisen darauf hin, dass der Erwerb dieser Vermögensanlage mit Risiken verbunden ist und zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen kann.

Dein Engagement zählt – gemeinsam sichern wir das UEBERALL als solidarischen Wohn- und Begegnungsraum!

FAQ – Genossenschaftsanteile und Mitgliederdarlehen für unser Stadtteilzentrum

1. Was ist der Unterschied zwischen einem Mitgliederdarlehen (Direktkredit) und dem Erwerb von Genossenschaftsanteilen?

Das kann verwirrend sein, deshalb hier eine kurze Erklärung:

Genossenschaftsanteile sind finanzielle Beteiligungen an der Genossenschaft, du sorgst mit für das Eigenkapital der Genossenschaft und wirst quasi „Miteigentümer*in“.  Genossenschaftsanteile sind eine längerfristige Geldanlage, da der Zeitraum zwischen Kündigung der Anteile und Rückzahlung mehr als 2 Jahre beträgt. Ein Mitglied kann höchstens 1.000 Anteile (entspricht 100.000 EUR) zeichnen. Investierende Mitglieder bekommen eine kleine Verzinsung (mind. 0,5%) auf ihre Anteile, die jedoch nur ausgezahlt wird, wenn die Genossenschaft in dem jeweiligen Geschäftsjahr einen Gewinn erwirtschaftet hat. Ist dies nicht der Fall, so soll die Verzinsung im Folgejahr entsprechend erhöht werden, so dass die Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt werden können. In den kommenden Jahren rechnen wir nicht mit Gewinnen. Von den Banken werden Genossenschaftsanteile als echtes Eigenkapital bewertet, was somit günstiger für die Finanzierung des Projektes und folglich die zukünftigen Mieten ist.

Für kürzere Laufzeiten oder schnellere Rückzahlungen eignet sich ein Mitgliederdarlehen (Direktkredit). Hier können konkrete Laufzeiten bis zur Rückzahlung vereinbart werden. Bei Darlehen ohne Mindestlaufzeit liegt die Kündigungsfrist je nach Darlehenshöhe zwischen 3 und 12 Monaten. Von den Banken werden Mitgliederdarlehen zumeist nicht als Eigenkapital der Genossenschaft, also nicht so gut wie Genossenschaftsanteile, bewertet. Es handelt sich um Nachrangdarlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt. (siehe auch oben „Rechtliche Hinweise zu Mitgliederdarlehen“)

Wenn du dir unsicher bist, welche Form der Unterstützung für dich die bessere ist, oder du Fragen hast, beraten wir dich gern!

2. Warum sollte ich euch mit Genossenschaftsanteilen oder einem Mitgliederdarlehen finanziell unterstützen, wenn ich bei der Bank mehr Zinsen bekomme?

Das stimmt, Banken bieten oft höhere Zinsen – aber was machen sie mit deinem Geld? Viele investieren in Waffen, Rüstung oder Atomkraft, und oft ist unklar, wo dein Geld wirklich landet.

Genossenschaftsanteile oder ein Mitgliederdarlehen sind keine klassische Geldanlage,  sondern eine Unterstützung für ein lokales Projekt, das Menschen verbindet und etwas Gutes bewirkt. Damit trägst du dazu bei, dass unser Stadtteilzentrum sowie selbstorganisiertes und bezahlbares Wohnen in Dresden Realität werden.

3. Warum muss ich Mitglied in der Genossenschaft werden, um ein Darlehen zu geben?

Das hat rechtliche Gründe. Da wir keine Bank sind, dürfen wir nur von unseren Mitgliedern Darlehen annehmen.

4. Welche Vorteile habe ich als investierendes Mitglied?

Du kannst an unseren Generalversammlungen teilnehmen (auch wenn du nicht stimmberechtigt bist) und du bleibst immer auf dem Laufenden und bekommst aktuelle Infos zum Projekt und zur Entwicklung unserer solidarischen Genossenschaft.

Deine Mitgliedschaft macht dich also zu einem wichtigen Teil unseres Projektes! Du kannst dir also sicher sein, dass wir verantwortungsvoll mit deinem Geld umgehen.

5. Ich finde das klasse, aber ich habe in den nächsten Jahren größere Pläne, wie eine Reise oder den Kauf einer Eigentumswohnung. Kann ich trotzdem dabei sein?

Auf jeden Fall! Schon mit einem kleinen Betrag – zum Beispiel 1.000 € – kannst du unser Projekt unterstützen. Wir wissen, dass jede*r andere Pläne und Prioritäten hat. Dein Beitrag muss also gar nicht riesig sein, um etwas zu bewirken.