Planungen für ein inklusives Wohnprojekt in Dresden-Löbtau
Leider kann die Projekt-Gruppe nach 3 Jahren intensiver Arbeit das Projekt nicht weiterführen. Im Angesicht starker Verzögerungen in den Verhandlungen mit der Landeshauptstadt Dresden, unklarer Förderbedingungen zum aktuellen Zeitpunkt sowie gestiegener Baukosten hat die Gruppe für sich keine Perspektive mehr in der Immobilie gesehen.
Als Genossenschaft stehen wir mit der Landeshauptstadt Dresden im Austausch um die finanziellen Rahmenbedingungen zu klären um das Projekt in Zukunft zu realisieren. Wir sind auf der Suche nach interessierten Gruppen, die sich einen Einstieg in das Projekt vorstellen können.
Das Haus

Das Haus wurde um 1900 gebaut und 1949 Instand gesetzt. Genutzt wurde es als Wohnhaus bis Ende der 70er Jahre. Eine erneute Instandsetzung und Modernisierung erfolgte, um das Haus fortan als Kindergarten zu nutzen. Das Haus ist Stadteigentum und steht seit 2009 leer. Die Nutzfläche von 440m² verteilt sich auf 3 Etage mit hohen Decken und viel Licht, hinzu kommen ein Keller und ein mit Brombeeren und Fichten besiedelter, 150m² großer Grünstreifen um das Gebäude.
Im Juni 2022 bewarben sich die WoGe und die Projekt-Gruppe „Molli“ mit einem gemeinsamen Konzept im Ausschreibungsverfahren der Landeshauptstadt Dresden um das Erbbaurecht für das Grundstück und den Kauf des Gebäudes. Im November 2022 entschieden wir das Ausschreibungsverfahren für uns und erhielten im Oktober 2023 nach einem Jahr Warten mit dem Beschluss des Bau-Ausschusses zur Vergabe des Erbbaurechts Planungssicherheit.
Das Konzept

Das eingereichte Konzept umfasst die energetische Sanierung des Gebäudes und den Umbau zu einem barrierearmen Wohngebäude mit Wohneinheiten von 3 bis 7 Zimmern für 15-18 Bewohner*innen. Auch ein großer Gemeinschaftsraum, der sich auch der Nachbarschaft öffnen soll, ist Teil des Konzepts. So soll ein gemeinschaftliches, inklusives Wohnhaus entstehen in dem die verschiedensten Bedürfnisse Raum finden.
Nach der Einreichung des Konzepts und der Zusage wurde das Konzept detaillierter: Die Gebäudesubstanz wurde untersucht, Vorplanungen mit einem Architekturbüro durchgeführt und Grundrisse und Kostenschätzungen konkretisiert und Gespräche mit Banken zur Finanzierung geführt.
Der aktuelle Stand
Leider stiegen die erwarteten Mietkosten durch die steigenden Baukosten soweit an, dass Mietkosten über der vergleichbaren Angebotsmiete im Stadtteil zu erwarten gewesen wären. Durch eine widersprüchliche Förderpolitik der Stadt Dresden konnten relevante Förderprogramme wie die Förderrichtlinie für mietpreisgebundenen Wohnraum nicht zur Kostensenkung und zur Schaffung dringend benötigter Sozialwohnungen genutzt werden und Verhandlungen über den angesetzten Erbbauzins verzögerten sich. Bereits genehmigte Fördermittel in Höhe von etwa 200.000€ mussten wir deshalb leider verfallen lassen.
Im Februar 2025 entschied sich die Projektgruppe – enttäuscht von den langsamen Prozessen in der Stadtverwaltung -, das Projekt nicht weiter zu verfolgen und sich in dieser unsicheren Lage nicht weiter ehrenamtlich für das Projekt aufzureiben. Wir haben als Genossenschaft Verständnis für die Entscheidung der Gruppe und sind zumindest verwundert, weshalb die Stadt sich nicht aktiver bemüht, Gruppen bei der Schaffung von günstigem Wohnraum in stadteigenen, brachliegenden Immobilien zu unterstützen. Die Werkzeuge dazu hätte sie.
Wir treiben die Prozesse mit der Stadt trotzdem weiter voran und geben die Hoffnung nicht auf, unter den angestrebten Rahmenbedingungen das Projekt zu realisieren und günstigen, gemeinschaftlichen und inklusiven Wohnraum zu schaffen. Dazu sind wir auf der Suche nach Gruppen oder Einzelpersonen, die sich eine Mitarbeit und das Wohnen in dem Projekt vorstellen können. Viele Vorarbeiten sind bereits abgeschlossen und wenn die Verhandlungen mit der Stadtverwaltung erfolgreich sind, ergibt sich eine gute Ausgangslage für einen schnellen Einstieg und die Umsetzung des Projekts.
